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Das Wort Sucht stammt etymologisch von dem Wort „siechen“ – also an einer Krankheit leiden. Sucht und Abhängigkeit werden synonym verwendet.

„Sucht ist das nicht mehr kontrollierbare Verlangen nach einem bestimmten Gefühls-, Erlebnis- und Bewusstseinszustand“ – so lautet die offizielle Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut ICD-10, medizinische Liste von anerkannten Krankheiten und Gesundheitsproblemen, die von der WHO herausgegeben wird, sollte die Diagnose Abhängigkeit nur gestellt werden, wenn mindestens drei der unten aufgeführten Kriterien während des letzten Jahres vorhanden waren.

Es gibt mehrere Thesen und Ansätze, die die Ursachen und Aspekte von Sucht beschreiben:

„Sucht ist Kompensation. Ein echtes Bedürfnis wird ersatzbefriedigt.“

„Die Suche nach dem Vater – nach Halt, Orientierung, Stärke und Identität.“

„Hinter jeder Sucht steht eine SehnSucht.“

„Sucht bedeutet, sich vom Leben wegzubewegen – hin zum toten, nicht belebten Objekt.“ Das heißt, sich von Familie und Freunden zurückzuziehen und dem Suchtmittel mehr Raum zu geben. Partner von Betroffenen berichten, dass sie eifersüchtig auf das Suchtmittel sind. Denn das Biertrinken hat eine höhere Priorität als die Beziehung, die Zweisamkeit mit dem Partner, die gemeinsamen Aktivitäten.

„Sucht ist ein Selbstheilungsversuch.“ Ein Konsument hatte zu Beginn seiner Suchtentwicklung nicht die Absicht, sich selbst zu schaden, sondern er versucht, sich selbst zu heilen. Er kann sich beispielsweise nicht entspannen oder fühlt sich ängstlich und unsicher, ist voller Selbstzweifel. Wenn der Konsum ihm vordergründig hilft, seine Probleme zu überwinden oder zu vergessen, wird er im weiteren Verlauf immer wichtiger.
Das Suchtmittel oder die süchtige Verhaltensweise kann viele Funktionen übernehmen: Entspannung, Leistungssteigerung, Wahrnehmungserweiterung, Probleme vergessen lassen, Gefühl von Euphorie, Glücksempfinden etc. Das Suchtmittel zeigt „positive Wirkung“. Diese positive Wirkung wird im Gehirn abgespeichert. Bei Anforderungen an den Konsumenten setzt dieser das Suchtmittel immer häufiger ein, es werden immer mehr Funktionen von dem Suchtmittel übernommen. Eine Gewöhnung tritt ein, erfordert höhere Dosen und immer häufigeren Missbrauch. Wird an diesem Kreislauf nichts verändert, kann die Entwicklung einer Abhängigkeit die Folge sein.